Insekten-Apokalypse

„… Zeroing in on the category we most relate to, mammals, scientists believe that for every six wild creatures that once ate and burrowed and raised young, only one remains. What we have instead is ourselves. A study published this year in the Proceedings of the National Academy of Sciences found that if you look at the world’s mammals by weight, 96 percent of that biomass is humans and livestock; just 4 percent is wild animals…

Zeitgleiches, zufällig herausgegriffenes Titel-Thema der Süddeutschen: „Bei Siemens liegen die Nerven blank“. Bei mir auch. Ich erinnere mich noch gut daran, wie es „früher“ war – und ich sehe seit Jahren den Abgrund, auf den wir offenen Auges zusteuern.  Die meisten tun das anscheinend nicht. Weil jede Generation  den Status Quo als Norm annimmt, bleibt die Veränderung unerkannt:

„A 1995 study, by Peter H. Kahn and Batya Friedman, of the way some children in Houston experienced pollution summed up our blindness this way: “With each generation, the amount of environmental degradation increases, but each generation takes that amount as the norm.” In decades of photos of fishermen holding up their catch in the Florida Keys, the marine biologist Loren McClenachan found a perfect illustration of this phenomenon, which is often called “shifting baseline syndrome.” The fish got smaller and smaller, to the point where the prize catches were dwarfed by fish that in years past were piled up and ignored. But the smiles on the fishermen’s faces stayed the same size. The world never feels fallen, because we grow accustomed to the fall.

 

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Kritische Masse

Wenn 25 Prozent einer Gruppe ihr Verhalten ändern oder andere Wertvorstellungen vertreten, ändert sich das Verhalten der ganzen Gruppe. Diese als Theorie der kritischen Masse bekannte These konnte jetzt durch eine in der Zeitschrift „Science“ veröffentlichte Studie experimentell belegt werden. Raum für Hoffnung auf eine Verhaltensänderung von Homo Sapiens (Artensterben, Erderwärmung) – oder eher Anlass zu Verzweiflung (das Erstarken der nationalkonservativen Rechten, der Verlust des Realen)?

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Degoogle das Internet!

Wie? So! Für viele liebgewonnene, aber in Sachen Datenschutz problematische Apps gibt es hier Alternativen! 🙂

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Biopic über J.R.R. Tolkien in Arbeit!

http://www.filmstarts.de

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Warum einer der Erfinder des iPhones vor seiner Schöpfung warnt

Ein sehr aufschlussreicher Artikel in der Süddeutschen, zusammengefasst von dem einzigen Newsletter, den ich wirklich gern lese: dem „Techticker von Conrad.de“, kurz, knapp, informativ, interessant und aktuell:

„Tony Fadel gehört zu den Vätern des iPhone. Heute, zehn Jahre später, ist er von der Entwicklung nicht mehr überzeugt. Wie einst der Zauberlehrling, so scheint es, wird Fadel die Geister, die er rief, nicht mehr los. Das Smartphone so rechnet Fadel ab, sei ein Mittel der Selbstüberhöhung und nicht der Vernetzung. Und er hat eine soziologische Erklärung dafür parat: Die Männer, die das iPhone entwickelt haben, waren Anfang, Mitte 20, männlich, weiß, privilegiert, kinderlos und nur sich selbst verpflichtet. Das iPhone wurde geschaffen, um die Bedürfnisse dieser Zielgruppe zu bedienen. Eine Selbstreferenz, die bis heute nachwirke.“

Ich boykottiere die Dinger ja bislang – vielleicht vor allem, weil ich lieber mit zehn Fingern tippe als mit zwei Daumen zu wischen…

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Alchemie und Kunst

In Berlin läuft derzeit eine Ausstellung zum Thema Alchemie und Kunst, die ich mir morgen mal ansehen werde. Vor einigen Jahren habe ich einen Vortrag über alchemistische Symbolik in den Harry Potter-Romanen gehalten. Nun bin ich sehr gespannt, ob bzw. wie in der Ausstellung auch die literarische Alchemie thematisiert wird. Auf jeden Fall geht es laut Website um den Einfluss der Alchemie auf die künstlerisch-handwerkliche Praxis sowie um die Bildsprache von der Antike bis zur Gegenwart. Das Ganze wird in drei Abteillungen dargestellt:

„SCHÖPFUNG ist den Ursprüngen der Alchemie gewidmet und zeigt den Einfluss alchemistischer Technologien auf die künstlerische Praxis. SCHÖPFER stellt das Wirken des Alchemisten in den Mittelpunkt, präsentiert ihn bei der Arbeit und illustriert sein Schaffen in allegorischer wie in praktischer Manier. Und GESCHÖPF fokussiert auf das Ergebnis des Opus Magnum bzw. Großen Werkes – die erfolgreiche Umwandlung eines unedlen Ausgangsstoffes in Gold bzw. die geistige Umwandlung des Adepten, die als Homunculus, Stein der Weisen oder als visualisierter Prozess hin zur alles verändernden Transmutation erscheinen kann.“

Das klingt doch schon mal vielversprechend!

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Schlafende Augen

Eine etwas andere Fassung der folgenden sehr kurzen Kurzgeschichte wird demnächst in Band 21 der von Thomas Le Blanc herausgegebenen Reihe Phantastische Miniaturen der Phantastischen Bibliothek Wetzlar erscheinen. Unter dem  Titel „Mit fremden Augen“ sind in diesem Band, den ich mit herausgegeben habe, Geschichten versammelt, die aus einer nicht-menschlichen Perspektive erzählt werden.

Die hier vorliegende Fassung bedient sich bewusst einer stark archaisierenden, alliterierenden, rhythmischen Sprache, die uns für den Story-Band nicht so recht  passend erschien. Mir gefällt sie trotzdem, daher dieser Post… ;-),

Ich freue mich über Eure Kommentare! 🙂

Schlafende Augen

Der Wind weckt mich, mein alter Widersacher. Noch ist es Winter, doch wärmer als gewöhnlich. Schlaftrunken schüttle ich mein trockenes Laub, sauge langsam den Saft aus der sämigen Erde. Da wallt Botschaft mir durch Wurzel und Borke: Gefahr! Gewalt! Feinde im Wald! Schon schwingt die Luft vom Kreischen des Sagzahns. Die Vögel fliehen, nicht erdgebunden, ins offene Feld. Doch wir, die wir hier seit so langer Zeit leben, sind seit jeher wehrlose Opfer. Es schmerzt, wenn einer von uns sterbend zu Boden stürzt, eine Schneise schlagend unter den Brüdern. Bitteres Schicksal, so stark und doch machtlos zu sein, Zeuge der Zeiten, zutiefst verwurzelt im Bodengeflecht der allumfassenden Erde, zu fühlen, zu wachsen, alles zu wissen – um dann, viel zu früh, gefällt zu werden von winzigen Wesen, die unser nicht wert sind noch würdig!

Zorn erfüllt mich. Bis in den letzten Zweig zitternd erwarte ich angestrengt bebend den Feind. Einen Weg gibt es ihn zu vernichten: ihn niederzuschlagen im eigenen Falle, in die Erde zu drücken und zu gewichten bis er eins ist mit ihr, so wie am Ende wir alle…

Nun spür ich die Zähne, die Rinde reißt und der Saftstrom des Lebens versiegt. Wind, steh mir bei, du wilder Vertrauter, fahr in mein Geäst und hilf mir zu fallen, nicht so wie sie wünschen, sondern auf sie zu stürzen den Stamm mit unheimlicher, splitternder, brechender Wucht…!

Lang hingestreckt lieg’ ich und unter mir einer der ihren, erschlagen von meinem Gewicht. Schwer lastet mein Holz nun tot auf dem Grund. Sollen sie es zersägen, zerstückeln, zerhacken – ich zieh’ mich zurück ins Wurzelwerk und erwarte befriedigt das Ende des Winters, wenn aus schlafenden Augen neue Triebe mir wachsen. Wohingegen seine Augen auf ewig geschlossen bleiben werden, hier, im Wald.

Quelle Titelbild: Wikipedia

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